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Ratgeber · Führung in der Pflege

Die Sandwich-Position als Pflegedienstleitung – souverän zwischen oben und unten.

Von oben kommt der Druck der Geschäftsführung, von unten die Erwartungen des Teams – und du steckst dazwischen. Die Sandwich-Position ist die wohl unterschätzteste Belastung im PDL-Alltag. So bestehst du in ihr, ohne dich aufzureiben.

Dr. Martin WittschierDr. Martin WittschierCoach für Pflegedienstleitungen
ca. 8 Min. Lesezeit
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Was die Sandwich-Position so zermürbend macht

Als Pflegedienstleitung bist du Übersetzerin zwischen zwei Welten. Die Geschäftsführung spricht in Zahlen, Auslastung und Wirtschaftlichkeit. Dein Team spricht in Dienstplänen, Überlastung und Menschlichkeit. Du musst beide Sprachen sprechen – und beiden Seiten Entscheidungen vermitteln, die du oft nicht allein getroffen hast.

Das eigentlich Zermürbende ist nicht die Menge der Arbeit. Es ist der permanente Loyalitätskonflikt: Stellst du dich hinter eine unpopuläre Vorgabe von oben, fühlst du dich als Verräterin am Team. Stellst du dich vor dein Team, giltst du oben als nicht durchsetzungsfähig. Egal was du tust – eine Seite ist enttäuscht.

Die zwei Fronten
  • Von oben: Wirtschaftlichkeit, Belegung, Qualitätskennzahlen, MDK
  • Von unten: Entlastung, Wertschätzung, Schutz vor Überlastung
  • Dazwischen: du – als Puffer, Übersetzerin und Blitzableiter

Die Harmonie-Falle

Der natürliche Reflex vieler PDLs: es allen recht machen. Du versuchst, beide Seiten zufriedenzustellen, schluckst Kritik von oben und unten und arbeitest die Differenz mit eigener Mehrleistung weg. Das funktioniert – eine Weile. Dann brennst du aus.

Die unbequeme Wahrheit: Du kannst es nicht beiden immer recht machen. Wer das versucht, wird unberechenbar, weil er je nach Gesprächspartner die Position wechselt. Genau das untergräbt die Autorität, die du eigentlich aufbauen willst.

Souverän bestehen: drei Prinzipien

Aus der Sandwich-Position kommst du nicht heraus – sie gehört zur Rolle. Aber du kannst lernen, souverän in ihr zu stehen. Drei Prinzipien helfen:

Drei Prinzipien
  • Rollenklarheit statt Beliebtheit: Deine Aufgabe ist nicht, gemocht zu werden, sondern beide Welten verlässlich zu verbinden. Das schafft auf Dauer mehr Respekt als Gefälligkeit.
  • Transparent übersetzen: Erkläre dem Team das Warum von Entscheidungen – und der Geschäftsführung die Realität an der Basis. Du machst Spannungen sichtbar, statt sie allein zu schlucken.
  • Erwartungen aktiv steuern: Vereinbare nach oben klar, was machbar ist, statt jede Vorgabe stillschweigend zu schultern.
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Grenzen nach oben setzen – ohne als illoyal zu gelten

Viele PDLs setzen Grenzen nach unten (dem Team) leichter als nach oben (der Geschäftsführung). Dabei ist gerade die klare Kommunikation nach oben entscheidend: Wenn du jede zusätzliche Aufgabe kommentarlos annimmst, signalisierst du, dass noch Kapazität da ist – auch wenn längst keine mehr ist.

Grenzen nach oben heißt nicht Verweigerung, sondern ehrliche Machbarkeit: Das geht – aber dann verschiebt sich X. So bleibst du loyal und schützt gleichzeitig dich und dein Team. Eine Geschäftsführung respektiert eine PDL, die realistisch plant, mehr als eine, die alles zusagt und dann scheitert.

Wenn die Sandwich-Position zum Burnout führt

Der Dauer-Loyalitätskonflikt ist einer der häufigsten Wege in die Erschöpfung von Leitungskräften. Wer über Monate zwischen den Stühlen aufgerieben wird und die Differenz mit eigener Substanz ausgleicht, landet irgendwann im Burnout – oft, ohne es kommen zu sehen.

Wenn du merkst, dass dich der Druck nicht mehr loslässt, du schlecht schläfst oder innerlich abschaltest, nimm das ernst. Souveränität in der Sandwich-Position ist erlernbar – und sie ist der wirksamste Schutz vor dem Ausbrennen.

Dr. Martin Wittschier
Über den Autor
Dr. Martin Wittschier
Coach für Pflegedienstleitungen

Dr. Martin Wittschier begleitet seit über 10 Jahren Pflegedienstleitungen dabei, gesund und wirksam zu führen. Promoviert zu Motivation und Handeln, praxiserprobt in der Caritas, hat er über 500 PDLs auf ihrem Weg begleitet – weg von der Erschöpfung, hin zu einer Führung, die trägt.

Dr. – Promotion zu Motivation & Handeln10+ Jahre ErfahrungÜber 500 begleitete PDLsCaritas-erprobt
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Häufige Fragen

Sandwich-Position – kurz beantwortet

Was bedeutet die Sandwich-Position einer Pflegedienstleitung?
Die Sandwich-Position beschreibt, dass eine PDL gleichzeitig nach oben (Geschäftsführung/Träger) und nach unten (Pflegeteam) verantwortlich ist. Sie muss die Erwartungen beider Seiten verbinden und gerät dadurch in einen ständigen Loyalitätskonflikt.
Warum ist die Sandwich-Position so belastend?
Nicht die Menge der Arbeit ist das Problem, sondern der permanente Loyalitätskonflikt: Egal für welche Seite man sich entscheidet, die andere ist enttäuscht. Dieser Dauerkonflikt zehrt an der Substanz und ist ein häufiger Burnout-Auslöser.
Wie gehe ich als PDL souverän mit der Sandwich-Position um?
Mit drei Prinzipien: Rollenklarheit statt Beliebtheit, transparentes Übersetzen zwischen beiden Welten und aktives Steuern von Erwartungen – auch nach oben. Ziel ist nicht, gemocht zu werden, sondern beide Seiten verlässlich zu verbinden.
Wie setze ich als Pflegedienstleitung Grenzen nach oben?
Grenzen nach oben bedeuten ehrliche Machbarkeit statt Verweigerung: Mach transparent, was eine zusätzliche Aufgabe verdrängt. Eine Geschäftsführung respektiert realistische Planung mehr als ein Ja zu allem.
Kann die Sandwich-Position zu Burnout führen?
Ja. Der dauerhafte Loyalitätskonflikt ist einer der häufigsten Wege in die Erschöpfung von Leitungskräften – besonders, wenn man die Spannung allein schluckt und mit Mehrarbeit ausgleicht. Frühe Grenzen und Rollenklarheit schützen davor.
Dein nächster Schritt

Steh sicher – zwischen oben und unten.

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5,0 · Über 500 begleitete PDLs · Caritas-erprobt